Silber und Goldschmuck der Wikinger: Posamente
 

Hier geht es nun tiefer ins Detail! Zuerst erwartet Euch eine kleine Zusamenfassung Über Posamente und dann könnt Ihr Euch die Fundlage genauer beschauen.

Da ich meine Arbeiten anhand der Tafeln in Birka III repliziere, versuche ich nach und nach eine Galerie der Funde zu erstellen, in die ich die Originalbilder einstelle, sowie etwas zur Lage des Fundstückes, der vermuteten Verwendungsart und der Zuordnung, ob es sich um ein Männer- oder Frauengrab handelte, einstellen möchte. Aber habt bitte noch etwas Geduld, ich habe bislang erst den Anfang gemacht und möchte langfristig wirklich alle dokumentierten Funde abbilden...


Posamentarbeiten - Schmuck der Wikinger aus Birka

Agnes Geijer verwies in ihrer Arbeit über die Posamente (franz. Passement) darauf, dass die Bezeichnung nicht ganz zutreffend wäre, aber aufgrund der Ähnlichkeit mit jüngeren Erzeugnissen dieser Art wurden die geknoteten und geflochtenen Gold- und Silberdraht- arbeiten als Posamente in Birka III von ihr aufgenommen und der Begriff für diese Arbeiten geprägt.

Bei den Posamentierarbeiten aus Birka handelt es sich um fort- laufende Flechten und Knoten, die frei geschlagen und schließlich zusammen gezogen wurden. Eigentlich kann man nicht genau sagen wo der Unterschied zwischen Knoten und Flechten verläuft da die ebenso möglichen Übergänge die Trennung weiter erschweren.

Verwendet wurden glatter Golddraht, seltener Spiralgold und nur in Ausnahmefällen gesponnenes Gold. Silber kommt nur als Spiral- faden vor (für diesen suche ich noch eine Bezugsquelle). In den meisten Fällen wurde zwei parallel laufende Drähte verwendet, es gibt aber auch Arbeiten mit einem oder 3 Drähten.

Hier nun die verschiedenen Typen:
1.) Fortlaufende Borten oder Schnüre, die an irgendeinem Stoff angebracht waren
2.) Randborten, die am Saum des betreffenden Kleidungsstückes angenäht waren
3.) Dekorative Zierknoten, aufgenäht wie Pailletten
4) Zierrate als Abschluss seidenen ziemlich schmaler Riemen;
5) Gleitknoten, die wahrscheinlich solche Bänder oder Schnüre wie unter 4). aus Seide oder
anderem Garn verziert haben.
(Bilder dazu in der Galerie)

Die Funde selbst
Die einzelnen Knoten und Flechten finden sich in 9 Brandgräbern. Eines hiervon ist eine weibliche Bestattung mit zwei Funden. 2 Funde in einem Grab gibt es nur in einem weiteren unbestimmtem Brandgrab. Die weiteren unbestimmten Gräber enthielten je einen Knoten oder Flechte, ebenso wie die zwei als männlichen bestimmten Brandgräber.

Auch bei den Körpergräbern gibt es nur ein Frauengrab (Grab 557), dies enthielt 8 Funde. Nur 6 Männergräber enthielten Knoten oder Flechten. Jedoch enthielt alleine Grab 520 12 Funde und Grab 561 6 Arbeiten. Ergänzend anzuführen ist das Grab 886 mit einen Knoten und einer Flechte.

Die Flechten- und Knotenborten sind nicht wesentlich zahlreicher vertreten, 11 Funde stammen aus als männlich bestimmten Körpergräbern, drei Funde stammen aus nicht bestimmten Brandgräbern.
Nur das Körpergrab 798 hatte 2 verschiedene Knötchen- und Flechtborten, alle anderen Gräber enthielten nur ein Knoten- oder Flechtband.
Während in den 29 Gräbern sich die Knoten und Flechten in Brand- und Körpergräbern finden, sind die Bandarbeiten nur in den Körpergräbern vertreten. In nur 5 der 29 Gräbern finden sich Knoten und Flechten sowie Bandarbeiten in einer Bestattung.

Zieht man in Betracht das Birka über 1100 Gräber aufzuweisen hat ist die Fundanzahl der Posamente sehr gering, über Birka hinaus ist ihre Verbreitung so gut wir gar nicht gegeben. Es sind mir nur diese Funde bekannt:
- Ein Brandgrab im Kirchspiel Aringsas, Alvesta, Värendsgatan; Smaland SHM Inventar Nr. 19803:5 mit einem Endknoten und einem Gleitknoten aus Silberdraht. (O-Text: "knut, flätad av silvertrad; pärla, flätad av silvertrad"; die genannten pärla wird wohl der von A. Geijer genannte Gleitknoten sein.
- 3 ca. 10mm große Goldkreuze aus Adelsjö
- ein fragmentarisches Kreuz aus Vagsnes, Sogn och Fjordane
- dreißig kleine Kreuze bzw. Knoten aus einem Fund von Bjelvretschenskaja in Kuban*

Wenn noch jemand weitere Funde kennt, würde ich mich über Hinweise sehr freuen.

Zusammenfassend kann man erkennen, dass die Funde gleichmäßig im Birka des 9. und 10.Jhdts. auftreten. Sie sind ein vorrangig von Männern getragener Schmuck, besser gesagt Gewandzierrat. Dass die Brandgräber ursprünglich reicher ausgestattet waren, kann man nur vermuten.

Quelle:
Birka III, Die Textilfunde aus den Gräbern, Agnes Geijer, Uppsala 1938
*) A. Geijer führt diesen Fund an, Lit. Atchet Archeol. Komm 1896, Abb. 211, meine eigenen Recherchen blieben bisher ohne Erfolg zu diesem Fund


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Fundlage:

1. Birka Grab 644 Original, P4


Quelle: Bild 59488; SHM 2001-05-01
Bildarchiv des Historiska Museet 2009 Stockholm, Schweden

Zur Replik des Birka Grabes 644, P4

1. Birka Grab 542 Original, P5


Quelle: Bild 59489; SHM 2001-05-01
Bildarchiv des Historiska Museet 2009 Stockholm, Schweden

Zur Replik des Birka Grabes 542, P5

2. Birka Grab 736 Original, P8


Quelle: Bild 59490; SHM 2001-05-01
Bildarchiv des Historiska Museet 2009 Stockholm, Schweden


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